Hochtour: Großvenediger (Hohe Tauern) – Massenveranstaltung?

Venedigerhaus
Venedigerhaus

Wenn man von Mittersill durch den Felbertauerntunnel Richtung Matrei fährt, zweigt ca. 800m nach dem Tunnelausgang eine Straße nach Inner- und Außergschlöß ab. Dies ist auch der Ausgangspunkt für die Besteigung des Großvenedigers über die Prager Hütte. Landschaftlich ist das sicher die schönste der drei Anstiegsmöglichkeiten des Großvenedigers. Die beiden anderen Wege über die Kürsingerhütte und das Defreggerhaus dann zu empfehlen, wenn ich mit einer Gruppe und wenig Gletschererfahrung unterwegs bin. Dann sollte man sich eh einen Bergführer nehmen, da der Gletscher zwar einfach zu gehen ist, aber bei schlechter Sicht oder Schneeauflage sehr schnell aufgrund der zahlreichen Gletscherspalten gefährlich werden kann.

Warum aber Massenveranstaltung? Ganz einfach,unterhalb des Gipfelaufstieges treffen sich die drei Routen und zwischen 9-12 Uhr herrscht Hochbetrieb. Entsetzt haben mich Seilschaften eines Bergführers, der sage und schreibe 9 Leute an ein 30 Meter Seil gebunden hatte. Man kann nur sagen: im Entenmarsch auf den Berg gezerrt. Über den Sinn und Unsinn eine Seiles darf man gar nicht sprechen – auch wenn der Bergführer das Gelände sicher gut kennt finde ich sowas absolut verantwortungslos. Die nächste Überraschung beim Gipfelanstieg in Dreierreihen – eine Seilschaft mit geliehener Gletscherausrüstung: Steigeisen, Seil, Gurt und immerhin eine Eisschraube und ein Karabiner. Dazu ein Materialkarabiner, damit war die Eisschraube am Gurt befestigt. Sonstige Gletscheraurüstung: Fehlanzeige. Klar waren genug Leute am Gipfel um die Drei aus einer Spalte zu ziehen – aber sinnig ist das meiner Ansicht nicht. Selbst bekommen die sich nicht gerettet. So – jetzt gehe ich aber zur Tourenbeschreibung über – die abgesehen von den Erlebnissen im Gipfelbereich des Großvenedigers ein unvergssliches Erlebnis war.

Tourenbeschreibung:

Tag 1 – Innergschlöß – Neue Prager Hütte (2700m)

Morgenstund
Morgenstund

Ausgangspunkt zum Großvenediger also der Parkplatz in Außergschlöß. Hier kann man mit einem Pendeltaxi für 4 Euro p.P. (Parkplatz kostet ab 2 Tagen 10 Euro) nach Innergschlöß fahren. Zu Fuß benötigt man zwischen Außer- und Innergschlöß ca. 1 Stunde. Vonn Innergschlöß und dem netten Gasthaus Venedigerhaus geht es ca. 30 Minuten am Fluß entlang, bevor wir einen kleinen Pfad nach links aufsteigen (Richtung Auge Gottes, Venediger Höhenweg, Badener Hütte). Schneeler geht der Aufstieg über den direkten Weg zur Alten Prager Hütte und weiter zur neuen Prager Hütte. Wenn man Zeit hat, sollte man den super schönen Abstecher wählen und zum Salzboden aufsteigen. Danach geht es über den Gletscherweg zur alten Prager Hütte. Es gibt auch einige Höhenmeter weiter eine Querung über die Gletscherzunge. Dies würde ich aber nur bei guten Verhältnissen empfehlen, da der erste Teil sehr viel Geröll enthält, bis man schließlich aufs Gletschereis kommt.

hier richtig?
hier richtig?

Bei der Alten Prager Hütte lohnt sich eine Rast mit herrlichem Blick aufs Rainerhorn, den hohen Zaun und den Kleinvenediger. Der Großvenediger ist leider noch hinter der Venedigerscharte versteckt. Von der alten Prager Hütte geht es ca. eine Stunde weiter zur neuen Prager Hütte, unserem heutigen Ziel. Insgesamt (Tag 1): Innergschlöß –> neuen Prager Hütte: ca. 3-4 Stunden und ca. 1000 hm.

Die neuen Prager Hütte hat uns sehr positiv überrascht – gutes Essen, ein nettes 4er Zimmer und angenehme Hüttenwirte haben uns positiv überrascht. Warum? Weil wir davor nicht so gute Kritiken der Prager Hütte gehört hatten. Kann ich aber nicht bestätigen, sondern wie gesagt positiv!

Tag 2 – Anstieg Großvenediger (3664m)- Abstieg Innergschlöß

Am nächsten Morgen starten wir eher gemütlich um 7 Uhr Richtung Gipfel des Großvenedigers. Die Gletscherausrüstung haben legen wir gleich bei der Hütte an (Gurte). Danach geht es durch Blockgelände ca. 1 Stunde bis zum Gletschereinstieg auf knapp 2950 m. Steigeisen gleich unbedingt ratsam, da der erste Aufschwung auf Blankeis (September) sehr steil ist. Anseilen schadet zu diesem Zeitpunkt auch nicht, da ich kurz darauf die ersten mächtigen Gletscherspalten quere und das Blankeis von den 10-20 cm Neuschnee der letzten Woche bedeckt ist. Daher nicht ungefährlich, wenn keine Spur vorhanden ist oder schlechte Sicht herrscht. Tragfähig sind die 20 cm höchstens am frühen Morgen. Wir folgen der gut sichtbaren Spur – wechslen nur einmal in eine versetzte Spur, da die Hauptspur direkt einer Spalte (unter dem Schnee) folgt. Zur Navigation ohne GPS (im Anhang): über das Schlattenkees vom Einstieg am Niederen Zaun zuerst Richtung Kleinvenediger, dann weiter RichtungRainertörl, das Schlatenkees queren. Auf ca. 3400m geht es dann direkt auf den Großvenediger zu und in einer Schleife links um den Sattel Richtung Gipfelanstieg. Der Gipfelgrad selbst war bei uns unschwierig, habe aber schön gehört, dass dieser je nach Schneelage Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Wie

Rainerhorn
Rainerhorn

ich schon beschrieben hatte, war am Gipfel anstehen angesagt, da nicht alle Leute Platz haben und mit Ihren Seilen beschäftigt waren 😉 Leider war das Gipfelkreuz wegen Reperaturarbeiten gerade umgelegt – freundliche Bergsteiger haben aber ein Ersatzkreuz aus zwei Haselnußästen gebaut. Danke an die unbelkannten Erbauer! Die Aussicht ist aber grandios – so verbringen wir fast eine Stunde oben am Gipfel, bis es uns zu kalt wird. Mit einer Stärkung im Bauch machen wir uns auf die 2000m Abstieg nach Innergschlöß. Der Abstieg folgt weitgehend der Aufstiegsspur und ist deshalb unschwierig. Nach einem Kuchen auf der Neuen Prager Hütte nehmen wir allerdings den direkten Abstiegsweg nach Innerschlöß und bewältigen so den Abstieg von der Neuen Prager Hütte nach Innergschlöß zum Venedigerhaus innerhalb von 2 Stunden.

Insgesamt eine tolle Zweitagestour – sicher ist es nicht zu erwarten, dass man auf der Tour alleine ist. Durch Routenwahl kann ich aber sehr wohl einen einsameren Aufstiegsweg suchen und die tolle Landschaft in vollem Zügen genießen. Als Hochtour muss man hier sicher mal gewesen sein!

GPX-Track: Innergschlöß – Neue Prager Hütte – Großvenediger (Bitte Beachten: Gletschertour, daher wird der Track bald nicht mehr gültig sein, beispielsweise durch Spalten, etc. Bitte immer die aktuellen Verhältnisse auf der Hütte ergfragen!)

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exklusive Vorschau: Dynafit Freeride & Tourenstiefel Saison 2012/13

Bereits im Januar 2012 hat mirDynafit beim jährlichen Presseevent die Chance gegeben, einer der ersten exklusiven Bewunderer der neuen Produkte für die Saison 2012 / 13 zu sein. Wie es sich gehört, war die Präsentation der neuen Produkte mit mehren Skitouren und Testmöglichkeiten verbunden (Danke Dynafit). Ein erster Vorgeschmack. In Kürze werde ich die Produkte auf der Alpin-Community näher vorstellen. Hier aber eine erste, wirklich exklusive Vorschau (Stand Februar 2012) auf die neuen Dynafit-Boots für die kommende Saison 2012 / 13.

Inzwischen rüsten die meisten Sportgeschäft auf, bald kann dann auch die Tourenausrüstung in Live probiert werden. Bei Bergzeit beispielsweise sollten Mitte Oktober die neuen Tourenski-Produkte in Holzkirchen zugänglich sein.

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Scheffauer (Wilder Kaiser) – Kaindlhütte und Widauer Steig

Ziel: Klettersteigtour über den Widauersteig zum Scheffauer

Mit dem Mountainbike sind wir am ersten November 2011 losgezogen, um den Scheffauer zu erklimmen. Wir wollen mit dem Fahrrad von Kufstein über das Berghaus Aschenbrenner zur Kaindlhütte (echt urig und sehr nette Hütte) fahren. Dort die Bikes abstellen und dann über den Widauer Steig auf den Scheffauer. So der Plan.

Alpenvorland, Inntal
Alpenvorland, Inntal

Nachdem es mitte Oktober ja schon ein wenig geschneit hatte, wir aber den südlichen Anstieg von Hintersteiner See zum Scheffauer (siehe Bergtour Scheffauer) schon kennen. Wollten wir unbedingt mal den Widauersteig gehen. Also die Mountainbikes gesattelt und los. Die Tour bis zur Kaindlhütte war dann allerdings weiter als gedacht und vorallem: viel anstrengender als angenommen. Kalt und schattig war es auch, also nicht die besten Bedingungen, um früh am Morgen gutgelaunt auf Tour zu gehen. Wir konnten uns trotzdem ermuntern – für mich eine große Leistung als Morgenmuffel.

Nach einer kurzen Stärkung an der Kaindlhütte sind wir dann durch steiles Gelände zum Einstieg des Widauersteiges gegangen. Der Weg ist an sich gut beschildert. Allerdings war im unteren Teil des Zustieges die Wegfindung etwas schwieriger, da der Weg durch Holzfällarbeiten, die kurz vorher stattgefunden hatten an manchen Stellen unkenntlich. Aber mit ein wenig Orientierungssinn und Gespür für die Wegfindung kommt man schon an. Der Widauer Steig ist das wieder wirklich toll. Ein schöner, nicht alzu anspruchsvoller Steig, der so ca. 1 Stunde einen leichten Klettersteigcharakter hat. Wer will, kann sich auch an den Drahtseilen mit einem Klettersteigset sichern. Ein Helm ist im Kaiser immer empfehlenswert, besonders, wenn mehrere Leute unterwegs sind. Schaut euch die Bilder einfach an. Trotz einiger Schneereste, war der Steig super zu gehen.

Gerade jetzt im Herbst bieten sich tolle Weitblicke vom Scheffauer an. Daher ist der Widauersteig immer eine Alternative für Oktober!
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Freikarten für EOFT 2012 zu gewinnen

Gewinnspiel: auch für die “European Outdoor Film Tour 2012 (E.O.F.T.)” kann outdoorpage.net dank der Unterstützung der Moving Adventures Medien GmbH wieder Freikarten und, diese

Gewinnspiel: eoft 2012
Gewinnspiel: eoft 2012

s Jahr neu, E.O.F.T.-Bücher unter den Gruppenmitgliedern verlosen. Details zur Teilnahme siehe im Forum.

Ab dem 11. Oktober ist die E.O.F.T wieder auf Tour, diesmal in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxenburg, Niederlande, Schweiz und Österreich; die genauen Termine findet ihr hier. Seit 12 Jahren zeigt die European Outdoor Film Tour die besten und exklusivsten Extrem- und Outdoor-Sportfilme und besticht durch ihre Themenvielfalt. Sie zeigt den besonderen, den extremen und auch unglaublichen Blick auf sportliche Leistungen und leidenschaftliche Athleten.

Das Programm ist wie jedes Jahr spektakulär: Big Mountain Snowboarding, David Lama & Klettern, Wingsuit Proximity Flying, Besteigung der „Shark’s Fin“ am Mount Meru, Highlining, Überquerung von Victoria Island mit einem selbstgebauten Amphibienfahrzeug, Shapeshifter: Wasser trifft auf Feuer – und Kajaker und mit „Where the Trails Ends…“ das Mountainbike-Highlight des Jahr

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Bergtour (ungesicherter Steig) im Wilden Kaiser: Treffauer, Tuxeck

Wilder Kaiser in Reinform
Wilder Kaiser in Reinform

Wenn man den Wilden Kaiser quasi vor der Haustüre hat, kennt man eigentlich so langsam alle Gipfelziele. Sollte man zumindest meinen. Aber nein, schließlich bin ich nicht hier aufgewachsen und der Wilde Kaiser bietet ja doch einiges an Auswahl lohnenswerter Bergtouren. Daher haben wir uns entschieden, heute die schöne Kamm-Überschreitung des Tuxecks und des Treffauers zu machen. Als Zeit sollte man für die Tour so an die 6 STunden einplanen (und bei schönem Wetter eine Badehose mitnehmen, für ein späteres Bad am Hintersteiner See.

Anforderungen: schwierig und konditionell Anspruchsvoll. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Gipfelaufstieg Tuxeck 2-3er Schwierigkeit.
Ausrüstung: Bei allen Touren im Kaiser – lieber einen Liter Wasser mehr mitnehmen.
GPS: kann bei mir angefragt werden

Anfahrt:
in Kufstein fährt man von der Autobahn ab und über den Eiberg in Richtung Scheffau, Ellmau. Von der Hauptstraße dann abzweigen Richtung Scheffau Zentrum, dort weiter Richtung Hintersteiner See, über eine kleine, teils steile Straße. AM Besten dann auf dem Wanderparkplatz Bärnstatt parken. Alternativ parken viele an der Jägeralm – wirklich viele, weil die ganzen Kletterer auch diesen Parkplatz ansteuern. Daher im Sommer der eher ruhigere Barnstatt-Parkplatz meines Erachtens sinnvoller.

Zustieg:

steile Pfad am Tuxeck
steile Pfad am Tuxeck

der Zustieg ist einfach. Über breite Pfade geht es zügig dem Ziel über Kaiser-Niederalm und Kaiser Hochalm entgegen. An der Kaiser Hochalm kann man sich entscheiden, ob die Überschreitung über den Steig zum Treffauer angegangen wird, oder ob das Tuxeck das erste Ziel ist. Wir entscheiden uns für den abgelegenen Pfad zum Tuxeck. Hierzu von der Kaiser Hochalm weiter Richtung Gruttenhütte über den Gruttensteig bis zu einem unscheinbaren Schild “Tuxeck”.  Ab hier sollte der gemütlich Wanderer eher umdrehen und auf die Gruttenhütte gehen – der Weg wird nun allmählich sehr steil und immer anspruchsvoller. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit im Oberen Teil unbedingt erforderlich. Nachdem ein großes Geröllfeld durchquert wurde, geht es eine Steinrinne nach oben, bevor nach einem kleinen Vorgipfel auf ca. 1800m der steile und ausgesetzt Steig beginnt. Das Panorama ist aber immer herrlich und ermöglicht so immer wieder kleine Pausen, bis die Gipfelrinne erreicht ist. Jetzt trennen uns noch ca. 12 m senkrechter Fels von dem Gipfel des Tuxeck. Da der letzte Gipfelaufstieg eher sporadisch mit 4 Stahlbügeln gesichert ist, sollte man die 2-3er Kletterstelle nur dann in ANgriff nehmen, wenn man sicher ist oder ein Sicherungseil für den Abstieg dabei hat. Aber es lohnt sich!

Überschreitung zum Treffauer:

die Überschreitung vom Tuxeck zum Treffauer ist eher einfach, aber doch mit einigen schwindeligen Passagen versehen. Ca. eine halbe Stunde dauert der “Spaziergang” auf dem Kamm des Wilden Kaisers Richtung Treffauer. Hier spätestens sollte man eine ausgiebige Pause einlegen, bevor man sich an den langen Abstieg macht. Schließlich müssen 1200hm abwärts zurückgelegt werden. Kurz vor den Wasserfällen auf 1300m, kann man über einen Pfad am Berg entlag abkürzen und schneller zur Kaiser Hochalm zurückkehren. Von hier wieder der gleich Weg zum Bärnstatt-Wanderparkplatz.

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