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Stellungnahme Vaude: Greenpeace Detox Kampagne Fluorcarbone / PFC in VAUDE-Produkten

Worum geht es? – Bericht unter nachhaltigleben.de: Outdoor-Test von Greenpeace: Effekthascherei ohne Sinn?

Greenpeace Detox Kampagne
Fluorcarbone / PFC in VAUDE-Produkten
Stellungnahme von Vaude (November 2012)

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Umweltschutz-Organisation Greenpeace hat eine Kampagne gestartet, in der sie
auf gefährliche Substanzen im Produktionsprozess von Outdoor-Produkten hinweist.
Greenpeace ist vor einigen Monaten auf uns zugekommen, weil wir uns sehr klar zum
Thema Nachhaltigkeit positionieren, innerhalb der Outdoor-Branche beim Handel,
Endverbraucher und in unseren Branchen-Verbänden dieses Thema vorantreiben und
auch bezüglich Fluorcarbone Vorreiter sein wollen.
Wir begrüßen, dass Greenpeace seinen Fokus auf dieses Thema legt. Wir erhoffen
uns dadurch Fortschritte bei der verfügbaren Technologie. Aus unserer Erfahrung
wird diese Kampagne die Verfügbarkeit von ökologisch verträglichen Materialien und
Verfahrensweisen am Markt erhöhen. Dies entspricht unserer Zielsetzung, die
bisherigen Materialien zu ersetzen, ohne an Performance einzubüßen. Dies haben wir
auch zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Sportartikelindustrie BSI und der
darin organisierten Fachgruppe Outdoor in einer gemeinsamen Presseerklärung vom
20.09.2012 deutlich gemacht.
Insbesondere wirft Greenpeace der Outdoor-Branche vor, poly- und perfluorierte
Chemikalien (PFC) zu verwenden. Diese fluororganischen Verbindungen werden bei
der textilen Ausrüstung von Outdoorbekleidung, Schlafsäcken, Zelten und Schuhen
eingesetzt. Mit ihrer wasser-, schmutz- und ölabweisenden Wirkung garantieren sie
die hohe Funktionalität von Outdoor-Produkten.

Unsere Produkte stellen kein gesundheitliches Risiko dar und können bedenkenlos
weiter getragen und gekauft werden.
Im Herstellungsprozess in den Produktionsländern, beim späteren Waschen des
fertigen Produkts sowie bei der Produktentsorgung stellen PFC- Substanzen jedoch
ein Risiko für Mensch und Umwelt dar. Sie reichern sich in der Umwelt und über die
Nahrungskette im menschlichen Organismus an und sind nicht biologisch
abbaubar.
VAUDE engagiert sich seit vielen Jahren proaktiv für Umweltschutz und soziale
Verantwortung. Als erstes Unternehmen der Outdoor-Branche hat VAUDE ein
Umweltmanagementsystem eingeführt und ist seit 2008 nach EMAS zertifiziert. Seit
2001 arbeiten wir eng mit bluesign technologies AG (www.bluesign.com) zusammen
und stellen bereits über 60 % unserer Bekleidungskollektion nach bluesign Standard
her.
Wir befassen uns auch mit dem Thema Fluorcarbone schon seit Jahren und haben
dazu sowohl in unseren jährlichen Nachhaltigkeitsberichten, als auch auf unserer
Website dazu offen und ehrlich kommuniziert, bspw. hier:
http://www.vaude.com/de_DE/materialien-technologien.asp
http://www.vaude.com/de_DE/nachhaltigkeitsbericht.asp
PFC gehören zu einer Gruppe von chemischen Substanzen mit sehr unterschiedlichen
Funktionalitäten in der Textil-Industrie und unterschiedlichen Umweltaspekten. Als
bluesign Systempartner gilt für unsere Produkte die bluesign Restricted Substance
List, die auch die Verwendung von PFC stark reguliert und für die Substanzen, die
nicht sowieso unter bluesign verboten sind, strenge Grenzwerte für das Endprodukt
vorgibt. Der bluesign Standard ist der strengste textile Standard für Umweltschutz,
Verbraucherschutz und Arbeitssicherheit. Er richtet sich immer nach der weltweit
besten verfügbaren Technologie.
Wir haben uns bereits vor Jahren klar gegen die Verwendung von PTFE-Membranen in
unseren Produkten entschieden (für deren Herstellung PFC benötigt werden) und
verarbeiten ausschließlich Membrane aus PE oder PU. Wir machen dies bewusst,
obwohl sich Produkte mit PTFE-Membrane am Markt aufgrund der hohen Marketing-Präsenz des größten PTFE-Membran-Herstellers besser verkaufen. Dennoch bietet der
Markt bei Membranen eine überzeugende Alternative, wie z.B. Sympatex, welches wir
verwenden.

Neben Membranen stellen PFC ein großes Problem für die wasser-, öl- und
schmutzabweisende Ausrüstung (sogenannte DWR “durable water repellency”) von
Materialien dar. Die momentan am Markt üblichen DWR können dazu führen, dass
Rückstände von PFC in den Produkten gefunden werden. Hierbei handelt es sich meist
um PFOA, für das es keinen gesetzlichen Grenzwert gibt, das allerdings unter dem
bluesign Standard streng geregelt ist.
Greenpeace hat auch Produkte von VAUDE getestet und darin Rückstände von PFC
gefunden. Leider liegen uns die konkreten Testergebnisse der von Greenpeace
getesteten VAUDE-Produkte erst seit Veröffentlichung der Studie am Montag vor.
Daraufhin haben wir umgehend eigene Analysen in Auftrag gegeben und sind in
Kontakt mit unserem Partner bluesign Technologies AG.
Wir können allerdings mit einiger Sicherheit sagen, dass es sich dabei eben um
“Rückstände” von im Produktionsprozess der DWR mit der sogenannten C8-Technologie entstehenden Substanzen handelt, die nicht absichtlich eingesetzt
werden.
Obwohl wir intensiv daran arbeiten, existieren im Gegensatz zu Membranen auf dem
Markt momentan nach wie vor leider keine PFC-freien DWR, die eine gleichwertige
Wasser-, Öl- und Schmutzabweisung beim Endprodukt bieten. Wir haben leider mit
PFC-freien Alternativen bisher sehr häufig schlechte Testergebnisse erzielt. Zum
einen lassen sich die wenigen auf dem Markt vorhandenen PFC-freien Alternativen in
der Serienproduktion noch nicht zuverlässig genug applizieren. Zum anderen lassen
die Produkte Wasser und Schmutz nicht einfach “abperlen”, sondern saugen sich an
der Oberfläche beispielsweise mit Regenwasser voll, was für den Benutzer des
Produktes zu einem klammen, feuchten Gefühl beim Tragen führt.
Die Erwartungshaltung unserer Kunden an die Funktionalität der Produkte ist in
diesem Aspekt besonders hoch, aber die Sensibilität für die Umwelt- und
Verbraucherschutz-Probleme, die diese DWR mit sich bringen, bislang nicht sehr
ausgeprägt.
Trotzdem arbeiten wir mit Hochdruck weiter daran, PFC-freie Alternativen zu finden
und schrittweise unsere gesamte Kollektion umzustellen. Bis Ende 2014 werden wir
komplett aus der C8-Technologie aussteigen, und somit in der gesamten Kollektion
dann PFOA-frei sein.
Wir sehen das ganz klar nur als einen Zwischenschritt an auf dem Weg zum
kompletten Ausstieg aus PFC. Dies ist unser erklärtes Ziel.

Allerdings möchten wir darauf hinweisen, dass VAUDE ein mittelständisches
Familienunternehmen ist, und der Einfluss, den wir auf unsere Lieferkette nehmen
können, leider nicht besonders hoch ist. Wir arbeiten daher eng mit anderen
Unternehmen innerhalb und außerhalb unserer Branche (z.B. chemische Industrie)
zusammen, um diese Herausforderung gemeinsam zu lösen.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Hilke Patzwall
VAUDE Sport GmbH & Co. KG

FAQ zur Greenpeace Detox Kampagne
Antworten von VAUDE

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