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Hanwag Ferrata Combi GTX – Testbericht

Aktualisierung vom 05.10.2012:

Seit Ende 2010 habe ich die Hanwag Ferrata im Einsatz und nicht gerade wenig bei Bergtouren, Klettersteigen und auch einigen Hochtouren eingesetzt. Allerdings löst sich nun an einem Schuh die Naht, an mehreren Stellen auf. Unschön und natürlich auch nicht förderlich für die Dichtigkeit des Ferrata. Daher werde ich den Schuh jetzt mal einsenden und hoffe auf eine Aussage von Hanwag. Nach zwei Jahren dürfte sowas trotz intensiver Nutzung eigentlich nicht passieren.

Testbericht Hanwag Ferrata Combi GTX von 2011:

Nachdem ich auf meine Salewa-Bergschuhe schon einige Kilometer draufgewandert hatte, war dieses Jahr die Sohle meines Salewa Wanderschuhs völlig heruntergekommen. Ich stand vor der Entscheidung: neue Sohle oder neuer Schuh. Nachdem die Schuhe nicht ganz optimal zu meinem Fuß passten und auch nicht steigeisenkompatibel waren, begab ich mich auf die Suche nach dem perfekten neuen Wanderschuh. Im Alpenvereinsmagazin des OEAV hab ich dann einen Testbericht von den Hanwag Modellen gelesen.

Hanwag Ferrat Combi GTX

Das Angebot der Hanwag Bergschuhe hat mich überzeugt, weil es sich zum Einen um einen heimischen Hersteller handelt und zum Zweiten die Produktpalette ziemlich breit ist. Mir war bei meinem neuen Bergschuh wichtig, dass er wasserfest, leicht, gut geschnitten und steigeisenfähig ist, sowie über eine gute Sohle mit Climbing Zone (Hochtouren, Klettersteig) verfügt. Aufgrund dieser Kriterien habe ich mich für den Hanwag Ferrata Combi GTX entschieden. Dieser Bergschuh der Kategorie C (fest und bedingt steigeisenfest (Strap-on-/Halbautomatik-Steigeisen) passte am besten auf meine Kriterien. Super Zuverlässig sind die Bergfreunde, wenngleich in diesem Fall eine etwas lange Lieferzeit zu bemängeln war (Hanwag hat wohl mit der Lieferung getrödelt). Der Service ist aber ausgezeichnet und die Bergfreunde konnten den Artikel trotz Lieferengpässen seitens Hanwag liefern schließlich liefern.

Bisher habe ich den Schuh für einige Herbstwanderungen getragen und konnte somit schon einige Erfahrungen bei unterschiedlichen Bedingungen sammeln. Das Tragegefühl war vom ersten Tag an sehr angenehm. Ich musste den Schuh nicht erst einlaufen, bis er perfekt passte. Durch die weit nach vorne gezogene Schnürung und den sehr guten Fersenhalt fühlt man sich beim gehen sehr komfortabel und stabil. Auch das Problem, dass man beim bergab gehen mit den Zehen anstoßt hat man im Hanwang Ferrata Combi GTX nicht. Die Sohle ist sehr griffig und bietet optimalen Halt im felsigen Gelände. Auch in Punkto Wasserschutz bin ich bisher sehr zufrieden. Kleine Bachläufe sind kein Problem. Wie sich der Schuh in Schneefeldern bewährt muss ich noch im kommenden Winter testen.

Fazit: Mit meiner Wahl bin ich (auch nach den ersten Testsaußerordentlich zufrieden. Der Hanwag Ferrata Combi GTX ist das optimale Produkt für vielseitige Bergsteiger im Alpenraum, die nicht mehr als ein paar Bergschuhe kaufen wollen. Ob Hochtour, Fernwanderweg oder Klettersteig, mit dem Ferrata Combi GTX findet man den perfekten Kompromiss.

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Erfahrungsbericht: Steigeisen, Eispickel

Nach einer mehrtägigen Hochtourenausbildung beim Alpenverein im Juli, haben wir den September genutzt und noch zwei weitere Hochtouren zum Klassiker, der Tiroler Wildspitze und auf den Wilden Freiger zu unternehmen. Die entsprechende Ausrüstung darf da natürlich nicht fehlen. Nur welche Steigeisen sind zu empfehlen? Welche Eispickel soll ich nehmen? Eispickel in welcher Länge sind praktisch? Bei diesen Fragen soll dieser Artikel helfen.

Black Dianmond Raven Grip
Black Dianmond Raven Grip

Nach Recherchen und (Experten)-Gesprächen im Vorfeld habe ich gemerkt. Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten, gerade bei den Eispickeln. Bei den Steigeisen war die Auswahl eigentlich einfacher, da für uns die Begründungen schlüssiger waren. Die Bergfreunde haben da eine schöne Auswahl an Steigeisen im Angebot, die unseren Anforderungen sehr gut genügen. 12 Zack ist besser als 10 Zack. Alusteigeisen sind zu meiden, da schneller abgenutzt und griffig müssen die Steigeisen sein. Antistollplatten sind sehr hilfreich.  So die wichtigsten Empfehlungen. Bei den Eispickeln dagegen gibt es ja viele Diskussionen bezüglich Sicherheit (B-Schaft, T-Schaft). Hier will ich mich auch gar nicht einmischen. Fakt ist, dass der T-Schaft mit einer höheren Bruchlast auch mehr Sicherheit bietet als ein B-Schaft. Es war für uns eigentlich auch keine Diskussion, dass der Pickel mit Aluhaue natürlich einige Gramm leichter ist, aber weniger robust. Meine Einstellung: Ich trage lieber 20 Gramm mehr und habe ein vernünftiges Gerät, bei dem ich nicht auf irgendwelche Schwachpunkte achten muss.

Salewa Freney
Salewa Freney

Um die empfehlenswerte Länge des Eispickels rauszubekommen, haben wir allerdings sehr viele unterschiedliche Meinungen gehört. Körpergröße, etc. Komischerweise hat mich nie jemand nach dem Verwendungszweck (Skitour, Gletscherwanderung, …) gefragt Auch nicht der vermeintliche Experte in einem Rosenheimer Fachgeschäft. Dafür hätte ich dort einen Pickel bekommen, der die Länge eine Wanderstockes gehabt hat. Nach den ersten Touren und Gesprächen mit Experten, bin ich der Meinung, dass im Winter bei Skitouren der Pickel ruhig ein wenig kürzer sein darf, als im Sommer bei der Gletscherwanderung. Da wir die Eisgeräte genauso im Winter bei Skitouren einsetzen wollen, haben wir uns letztlich für eine kürzere Variante der Eispickel entschieden. Bei der Hochtour im Sommer als Spazierstock zwar zu kurz, aber für alle anderen Zwecke eigentlich perfekt und ausreichend (auch als T-Anker stabil). Ausschlaggebend war ein logischer (für mich jedenfalls) Sicherheitsaspekt: Je länger der Eispickel im Winter bei der Abfahrt mit Tourenski über den Rucksack herausragt, desto höher ist die Verletzungsgefahr. Natürlich muss er trotzdem sein Funktion erfüllen. Kernaussage: bitte alle Einsatzgebiete in eine Kaufentscheidung einbeziehen!

Bei den Eispickeln haben wir zwei Modelle getestet:

Black Diamond Raven Grip (gekauft bei Bergzeit.de)
Salewa Freney 2.0 (gekauft bei Bergzeit.de)

Beide Eispickel sind im Einsteigerpreissegment zu haben und daher auch nicht unbedingt zum Eisklettern geeignet. Der Raven ist insgesamt schlanker und trotzdem recht stabil und hat eine besser greifene Haue als der Salewa Freney. Durch das etwas höhere Gewicht, entwickelt der Freney bei Schlag etwas mehr Schwung, daher gleicht er den Vorteil des Black Diamond hier wieder etwas aus. Beide sind mit Handschlaufen ausgestattet, welche beim Raven eigentlich ganz praktisch und gut verarbeitet ist. Schwachpunkt ist die Beschichtung beim Salewa Freney. An der Haue blättert nach 3-4 Mal die Beschichtung ab und das darunter liegende Metall ist ungeschützt und könnte rosten. Das Verhalten ist beim Raven bisher überhaupt nicht zu beobachten.

Zusammenfassend sind beide Eispickel gut, dennoch hat der Black Diamond Raven in einigen Punkten hervorgestochen und kann den Vergleich für sich entscheiden.

Schauen wir uns die Steigeisen (Wiki-Link) an. Hier haben wir zwei Modelle getestet:

Black Diamond Serac (gekauft bei den bergfreunden.de)
Grivel Air Tech (halbautomatik, gekauft bei den bergfreunden.de)

Grivel Air Tech
Grivel Air Tech
Black Diamond Serac
Black Diamond Serac

Wer gegen Grivel antritt, der hat bei Eispickeln und Steigeisen natürlich meist einen schweren Stand. Vorab, das Serac von Black Diamond  hat auch sehr gut abgeschnitten, allerdings ist das Air Tech natürlich schon super bissig und ist mit scharfen Zacken bestens ausgerüstet. Dennoch bietet das Air Tech insgesamt eine bessere Griffigkeit als das Serac. In steilen Eispassagen sicher ein Vorteil.

Bei der Bedienung kann das Serac aber wieder Punkten. Gerade bei den halbautomatischen Eisen finde ich die Grivel Technik am Spannhaken hinten etwas schlecht gelöst. Hier kann ich selbst bei geöffnetem Eisen den Abstand für die Sohlenhöhe nur schwer einstellen. Bei  Black Diamonds Serac hingegen, funktioniert das wunderbar und einfach.

Fazit:

Insgesamt finde ich das Eisen von Black Diamond einfacher zu bedienen als das Air Tech von Grivel im direkten Vergleich. Die Einstellmöglichkeiten und die Eisengröße lässt sich einfacher einstellen. Gerade wenn man im Winter abwechselnd mit Skitourenstiefeln und dann wieder den normalen Wanderschuhen unterwegs ist, macht sich das bemerkbar. Ansonsten beide Eisen robust. Ein wenig bissiger die Grivel Eisen.

Ein Unterschied im Gewicht der beiden Eisen ist nicht festzustellen (auf der Waage bestimmt). Allerdings, die Schweizer scheinen mit kleineren Schuhgrößen unterwegs zu sein. Wer sein Eisen auf die Skischuhe anpassen muss, muss bei Grivel schnell auf den verlängerten Steg zurückgreifen, während das Black Diamond Steigeisen noch passte.


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