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Testbericht: Ortovox FreeRider 24 Rucksack (optional mit ABS)

Ortovox Freerider 24 (ABS optional)
Hochwertige Verarbeitung (ABS optional)

In den Nordalpen und in vielen Südtiroler Skigebieten ist zwar schon das Saisonende eingekehrt, dennoch gibt es genügend Möglichkeiten um Skitouren zu unternehmen oder Freeriden zu gehen (Schnäppchenjäger aufgepasst: Besonders im Frühjahr nach einem eher schlechten Winter und vollen Lagern bei den Sporthändlern kann man viele Schnäppchen finden!) Kurz bevor wir also zum Skitouren im Norden von Norwegen aufgebrochen sind, haben wir das schöne Wetter und die guten Schneebedingungen in Ostirol zum Freeriden genutzt. Die Bergfreunde (www.bergfreunde.de) haben mir freundlicherweise dazu einen Freerider-Rucksack (24 Liter) von Ortovox zum Testen mitgegeben. Hier die Rahmendaten:

Bezeichnung Testprodukt: Ortovox Freerider 24
Farbe: Happy Green
Fassungsvermögen: 24 Liter

(Für einen optimalen Schutz durch den integrierten Protektor sollten folgende Größenangaben beachtet werden:
22-24 Liter: Rückenlänge: 38-44 cm, Körpergröße ca.: 155-175 cm
26 Liter: Rückenlänge: 42-49 cm, Körpergröße ca.: 180-195 cm)

Besonderheiten: Rückenprotektor, Hüftgurt mit Klettverschluss, Zugang zum Hauptfach über das Rückenteil.SPS Pro Rückenprotektor inkl. im Freerider 24 von Orthovox

Beschreibung Ortovox Freerider 24:

  • Material: 100% Nylon (Nylon 420D ballshadow + Nylon 840D ballistic + Hypalon)
  • Volumen: 24 l
  • Gewicht: 1750 g
  • Körpergröße: 155-180 cm, Rückenlänge: 38-44 cm

Ausstattung:

  • Separates Fach für Brillen, Handy, Photo, etc.
  • Sicherheitsfach für Sonde, Schaufel
  • Pickel- und Stockbefestigung
  • Verschliessbare Aluminiumschnallen
  • Helmbefestigung (Netz, optional)
  • TÜV-zertifiziert
  • SPS-Pro² Rückenprotektor (herausnehmbar)
  • Breite Skibefestigung
  • Trinksystemvorbereitung (isoliert ): Im Träger geschützt
  • Hauptfachzugang: Rücken und Front
  • Big Hip-Hüftgurt: Breit und elastisch für optimalen Sitz (Klettverschluss)
  • X-Skifix: Mulitfuntionale Skibefestigung
  • A-Skifix: Klassische Skibefestigung
  • D-Skifix: Diagonale Skibefestigung
  • O-Flex-Frame Rückensystem: ideale Lastenverteilung

Testbericht Ortovox Freerider 24:

Test: Orthovox Freerider Auf den ersten Blick glänzt der Ortovox Rucksack durch eine hochwertige Verarbeitung mit vielen durchdachten Details. Beispielsweise ist die Skihalterung an de Seiten für breite Skier gemacht – Lässtiges anpassen entfällt. Eine weitere Befestigung ist natürlich schräg am Hinterteil des Rucksackes jederzeit möglich. Der Rucksack bietet sehr viele praktische Fächer inkl. eines gepolsterten Hardcases für Brillen. Zusätzlich natürlich Befestigungen innen für Schaufel, Sonde und außen den Helm. Allerdings für meine Schaufel und Sonde nicht optimal passend. Persönlich finde ich die Anzahl der Taschen und Fächer fasst schon wieder zu viel. Ich habe mich immer wieder beim Suchen des richtigen Faches ertappt.

Manko: Das Tragegestell bei Ortovox Rucksäcken ist leider nicht Höhenverstellbar, sondern nur die Schulterträger in der Länge verstellbar. Passt aber bei meiner Körpergröße von 180 hervorragend und über den Klettverschluss sitzt der Rucksack wie angegossen und verrutscht nicht. Dickes Lob, genauso muss es sein bei anspruchsvollen Touren. Übrigens, den Freerider 24 gibt es auch in anderen Füllgrößen und mit ABS Lawinenairbagsystem, damit kann die Rückenlänge optimal angepasst werden (26 L für große Leute).

Was mir sehr gut gefällt ist das robuste Material und die Wasserfesten Reißverschlüsse. Bisher konnte ich kein Wassereintritt bemerken, obwohl ich den Rucksack länger im nassen Frühjahresschnee liegen lassen habe. Zusätzlich finde ich, dass durch die gute Belüftung am Rücken wenig Kondenswasser entsteht. Einzig der breite Bauchgurt spendet doch bei langen Abfahrten recht viel Wärme und somit ist hier am ehesten mit Schweißbildung zu rechnen. Daher würde ich den Rucksack bedingt für aufstiegsorientierte Skitouren empfehlen. Aber damit auch zum Einsatzzweck. Super geeignet für den Freerider mit kurzen Aufstiegen und für kürzere, anspruchsvolle Skitouren. Bei einem Einsatz als Skitourenrucksack würde ich andere Modelle vorziehen. Auch eine Seilbefestigung würde ich mir persönlich wünschen.

stabile Befestigungen aus Alu
stabile Befestigungen aus Alu

Der Rückenprotektor ist herausnehmbar und kann ohne den Rucksack durch Trageriemen verwendet werden. Allerdings schaut das Tragegurtzeugs des Protektors nicht gerade Stabil aus, weshalb ich eine Verwendung ohne den Rucksack nicht unbedingt empfehlen würde. Die Gefahr, dass der Protektor verrutscht ist eindeutig zu groß und die Wirkung des Protektors wäre dann vergleichsweise Richtung 0 tendieren.

Fazit:

Durch die vielen Details, das funktionelle aber sehr stylische Design sowie die Erweiterbarkeit als ABS-Rucksack hat Ortovox mit dem Freerider 24 einen tollen Rucksack geschaffen, der mich im Test durchweg begeistert hat. Der Tragekomfort ist deutlich besser als alle meinen Bike- oder Skitourenrucksäcke. Dazu kommt die hervorragende Qualität, die den doch recht hohen Preis rechtfertigt. Als reinen Skitourenrucksack würde ich den Freerider 24 allerdings nicht unbedingt verwenden, da der Rucksack durch den breiten und kompakten Bauchgurt warm sein wird. Der Herausnehmbare Rückenprotektor ist ein nettes Element, wird aber bei mir nicht ohne den Rucksack zum Einsatz kommen.

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Testbericht: Softshell. Polartec. Marmot. – eine Jacke für den Winter?

Für die kommende Wintersaison sollte eine neue ganzjahrestaugliche Softshelljacke her. Ich könnte die Standardanforderungen wie leicht, atmungsaktiv und wasserresistent herunterbeten – also eigentlich nicht besonders spannend. Aber: eine Softshelljacke, die sich im Sommer (kältere Temperaturen im Hochgebirge) und Winter tragen lässt, ist gar nicht so einfach zu finden. Es gab neben einigen Kandidaten von Mammut, Jack Wolfskin und Haglöfs (bin ich ja immer Fan, siehe Hardshelljacke im Test). Dennoch wollte ich jetzt mal Marmot testen (nein, nicht mit Mammut verwechseln ;-))

Testbericht: Marmot Zion Softshell Jacke für Sommer / Winter

Gleich vorweg – es gibt einiges, dass diese Jacke glänzen lässt – aber doch auch einen Wermutstropfen. Doch von vorne. Die Verarbeitung der Marmot Zion (ich habe auch schon einige andere Modelle von Marmot begutachtet) ist durchweg hervorragend. Die Nähte sind sauber genäht und anschließend verkleppt. Die Zipper sind allesamt funktional und stabil, wie man es erwartet. Vorteilhaft finde ich auch die vergrößerten Grifflaschen, was eine Einstellung der Zipper ans der Softshelljacke auch mit Handschuhen möglich machen sollte. Bei der Verstärkung an der Schulterpartie bin ich immer skeptisch – diese bieten inzwischen die meisten Hersteller an. Jedoch ist bei mir nicht nur die Schulterpartie, sondern auch der Bereich um Brust / Armansatz problematisch, was die Belastung durch den Rucksack angeht. Daher halte ich das schon mal für ein Designelement, weniger sehe ich hierbei die ausgeklügelte Funktion.

Was ich bei keiner Softshelljacke bisher gefunden habe ist ein Schneefang – vielleicht kann mir jemand eine Softshelljacke zeigen, die sowas hat. Dann würde ich vielleicht nochmal umdisponieren. Allerdings lässt sich der Saum bei der Marmot Zion unten mit einem Kordelzug verschließen bzw. enger stellen. Auch schon was, wie ich finde. Meines Erachtens wirklich nicht optimal ist das Gewicht der Marmot Zion Softshelljacke – etwas über 500 Gramm sind schon eine Ansage, auch wenn die Jacke stärker gefüttert ist. Da überlege ich schon, mit Funktionsshirt, Weste und Hardshell auf Tour zu gehen und Gewicht zu sparen, bei gleichzeitigem Zwiebelschichtprinzip.

Die Fakten im Überblick:

Das technische POLARTEC NeoShell Gewebe ist wasserdicht, windabweisend und äußerst wasserdampfdurchlässig, die Nähte der Jacke sind voll getaped. Damit soll die Zion den Wetterschutz einer Hardshell mit den feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften einer Softshell kombinieren. Der Härtetest im Winter steht noch aus). Gut: für besondere Bewegungsfreiheit sorgen die Stretch-Verarbeitung und der Angel-Wing Movement Schnitt.

M1 Softshell:
Diese Softshells schützen vor Kälte und Nässe, ideal bei geringer Aktivität.

Polartec NeoShell:
– wasserdicht
– äußerst wasserdampfdurchlässig
– blockt den Wind zu 99,9 %
– Stretch für aktiven Tragekomfort
– mehr Wärme ohne zusätzliches Gewicht
– raschelt weniger als eine Hardshell
– maschinenwaschbar

Angel-Wing Movement:
Speziell von Marmot entwickelte Jacken- und Sweater-Konstruktion, um maximale Bewegungsfreiheit im Arm- und Schulterbereich zu ermöglichen.

Jacke: Softshelljacke
Saison: Ganzjahresartikel
Jacke: Bekleidungsschicht: Outer Layer / Wetterschutzschicht
wasserdicht: ja
winddicht: ja
Material: Typ Membrane: Eigenmembrane
Oberstoff: 79 % Polyester, 14 % Polyurethan, 7 % Elastan
Verarbeitung: Typ Nähte: 100 % getapte Nähte
mit versiegelten Nähten: ja
Ausstattung: Außentaschen: 2 Fronttaschen mit wasserresistenten Reißverschlüssen, 1 Brusttasche mit wasserresistentem Reißverschluss, 1 Ärmeltasche mit wasserresistenten Reißverschlüssen
Innentaschen: 1 Reißverschluss-Innentasche
mit verstellbaren Ärmelbündchen: ja
mit Kapuze: ja
Maße: Gewicht: 510.3 g
Passform: sportiv geschnitten
Zusatzinformation: Sturmkapuze mit laminierter Krempe
vorgeformte Ärmel mit verstellbaren Klettbündchen
elastischer Kordelzug am Saum
Angel-Wing Movement Schnitt
Rückenlänge: 73,66 cm
Modelljahr: 2012

Hier gibt’s die Jacke und weitere Softshelljacken von Marmot.

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Black Diamond ATC Guide – Testbericht

Im Jahr 2011 haben wir uns dazu durchgerungen, unser Outdoor Budget mit einer vollständigen Kletterausrüstung zu belasten. Hatten wir uns bisher immer an den Ausrüstungsgegenständen unserer Kletterpartner bedient, so wollten wir nun selbständig durchstarten. Bei unserem ersten Anlauf in die Welt des Kletterns lernten wir die Sicherungstechnik beim Sportklettern noch mit Abseilachter und HMS.

black-diamond_atc-guide
Black-Diamond ATC Guide

Mittlerweile haben sich, so unsere Beobachtung aber beim Sportklettern Tuber und Halbautomatische Sicherungsgeräte (z.B.GriGri) durchgesetzt. Wir haben uns für das aus unserer Sicht vielseitigste Gerät, in unserem Fall Black Diamond ATC Guide entschieden. Zum Einen kann das Gerät zum Sichern und zum Abseilen genutzt werden und zum Andern kann man damit bis zu zwei Personen in Mehrseillängenrouten nachsichern oder ablassen. Da wir sehr gerne in Sportklettergärten am „richtigen“ Fels unterwegs sind, erschien uns das als sehr vorteilhaft. Das ATC ist leicht zu bedienen, das Ausgeben und Einziehen von Seil funktioniert mühelos und liegt angenehm in der Hand. Mit seinem geringen Gewicht wurde es zu einem beliebten Begleiter.

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Testbericht: Kletterausrüstung – Seil Mammut Vertex 10mm, Expressen und einiges mehr

Nachdem wir neben Hallenklettern auch immer öfter am Fels unterwegs sind, war es allerhöchste Zeit eine geeignete Ausrüstung zu beschaffen. Fokus dabei lag natürlich auch auf dem Gewicht, da einige Sachen davon auch mal mit auf eine Hochtour sollen. Spätestens beim Seil ist hier aber eine Doppeltnutzung schwerer. Trotz leichtem Gewicht will man kein 60 m Einfachseil den Berg hinaufschleppen, wenn nur eine kleine Gletschertour ansteht. Jetzt aber zu den Testprodukten (alle unter www.berfreunde.de erhältlich) im Einzelnen:

Mammut Vertex 10mm Einfachseil
Mammut Vertex 10mm Einfachseil

– Seil: Mammut Vertex 10 mm Einfachseil
– Seiltasche: Salewa Rope Sac
– Climbing Technology, Lime Set Nylon, Express-Set
Vaude Montserat, Chalkbag

Ich habe inzwischen alle genannten Produkte bereits in der Halle und am Fels getestet. Schauen wir uns zuerst das Kletterseil Vertex von Mammut an. Mit seinem Durchmesser von 10mm liegt das Vertex im Normalbereich bei Einfachseilen. Mit 67 g/m liegt das Vertex im Mittelfeld. Ist aber ein sehr einfach zu handelndes Seil. Die Sicherung mit dem ATC (bei mir Black Diamond ATC XP) geht ohne Probleme. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die glatte Oberfläche des Seils, weshalb man etwas mehr Kraft beim sichern mit dem ATC benötigt. Aber ohne Probleme machbar, wenn man sich an die +/- 30 % Gewichtsunterschied zum Kletterpartner hält. Das Seil ist unempfindlich gegen Dreck und Schmutz, obwohl es nicht extra imprägmiert ist. Daher ist das Vertex auch perfekt für draussen geeignet. Die Details des Kletterseils im Überblick:

Seiltyp: dynamisches Einfachseil
Einsatzbereich: Sportklettern (Fels und Halle), Bergsteigen + Alpinklettern
Durchmesser: 10 mm
Gewicht: 67 g/m
Längen: 50 m, 60 m, 70 m
Normstürze: 7-8
Fangstoß: 9,4 kN
Dynamische Seildehnung: 30%
Statische Seildehnung: 6,5%
Mantelanteil: 36%
Mantelverschiebung: +/- 0 mm
Mittelmarkierung: ja

Seiltasche:
Ich bin mit der Salewa Seiltasche (Rope Sac) vollauf zufrieden. Super Preis-/Leistungsverhältniss für eine geräumige, robuste Seiltasche. Die integrierte Plane bietet einen guten Schutz gegen Nässe und Schmutz.

Climbing Technology Express-Set
Climbing Technology Express-Set

Expressen von Climbing-Technology:
“Gewichtsrevolution mit tollem Handling: das Lime Set Nylon von Climbing Technology kommt mit robusten Schnappkarabinern und nur 98 g Gewicht! Mit hochwertiger 16 mm Nylonschlinge und den beiden Lime Karabinern (gerader und gebogener Schnapper)”. Was will man da sagen. Gewicht–> super. Bedienung –> super. Einfaches Einklicken durch den gebogenen Schnapper. Kann man also nur empfehlen. Meiner Ansicht nach ein super Expressen-Set für diesen Preis!

Chalkbag:
gut und günstig ist der Montserrat Chalkbag von Vaude! Klassisch mit zwei Gürtelschlaufen, Bürstenhalter und weichem Fleecefutter für trockenes Chalk – eben genau so, wie es sein soll! Außerdem kommt der Montserrat gleich inklusive Hüftgürtel. Verschiede Farbvarianten sollten für jeden Geschmack etwas bieten. Das Wichtigste ist aber gegeben: großer (verschließbarer) Eingriff und die Befestigung per Gürtelschnalle.

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Testbericht: La Sportiva Boulder X – Approachschuh

– UPDATE von Ende Juli 2011 –
ich habe den La Sportiva Boulder X jetzt auch auf einer längeren Tour getragen. Und siehe da – die Sohle am linken Schuh löst sich….. Sobald ich News von La Sportiva bekomme, gibt es einen Vermerk an gleicher Stelle.
Nach nicht einmal 2 Wochen habe ich den reparierten Schuh zurückbekommen. Bergzeit hat das ganze schnell geregelt. La Sportiva den Schuh repariert und mir zurückgesendet.

La Sportiva Boulder X - Sohle löst sich
La Sportiva Boulder X - Sohle löst sich
La Sportiva Boulder X - Sohle löst sich
La Sportiva Boulder X - Sohle löst sich

– Ende UPDATE –

Asymmetrisches Schnürsystem, Kletterzone im Zehenbereich, ein insgesamt neues Sohlenkonzept soll besten Grip bieten und das Impact Brake System soll den Abstieg vereinfachen und das spezielle Sohlendesign des Boulder X verspricht bis 20 % mehr Dämpfung. Viele Versprechen, die man in einem Praxistest auf die Probe stellen kann.

La Sportiva Boulder X
Testbericht: La Sportiva Boulder X - Approachschuh

Schauen wir den vom Alpin-Magazin 2010 ausgezeichneten Schuh also mal näher an und stellen die versprochenen Eigenschaften im Praxistest auf die Probe. Meine Anforderungen: Griffiger Schuh für leichte Wanderungen, Klettersteige, Zustiegspassagen zu Kletterfelsen. Also überall dort, wo die schweren Bergstiefel überdimensioniert sind. Die Sohle soll dabei bei leichten Klettertouren oder Klettersteigen ebenso Grip bieten, wie bei kurzen Wanderungen in anspruchsvollerem Gelände. Da ich mit meinem La Sportiva Trango Evo einen tollen Bergschuh habe, bleibe ich bei La Sportiva und meine Wahl fällt auf den vielgelobten “Boulder X” Approachschuh.

Ich will gleich mal vorgreifen. Seit ich den Schuh im Einsatz habe, bin ich begeistert. Den­noch ver­su­che ich die­sen Schuh neutral und mit allen Vor- und Nach­tei­len zu beleuch­ten. Und es gibt auch Nachteile. Schließlich soll der Bericht allen Inter­es­sierten nütz­li­che Infor­ma­tio­nen über die Pass­form, Per­for­mance und andere Eigen­schaf­ten zu geben.

Optik / Verarbeitung:

Fangen wir mit der Optik und der Verarbeitung an. Hier zeigt sich gleich die gewohnt sorgfältige und sehr gute, hochwertige Verarbeitung von La Sportiva. Auch auf den zweiten Blick sind keine Mängel in der Verarbeitung zu erkennen. Optisch gibt es sicher auffälliger gestaltete Schuhe, als die Boulder X. Allerdings sind die Approachschuhe ja auch nicht zum flanieren in der Stadt gemacht. Und man bekommt einen richtigen Lederschuh, was heute bei den ganzen (bestimmt nicht schlechten) Kunstmaterialien nicht selbstverständlich ist. Für mich aber immer noch ein Qualitätsmerkmal ist.

Passform
Der Hinweis in der Artikelbeschreibung bei Bergzeit ist absolut richtig. Der Schuh sollte ruhig eine Nummer größer bestellt werden. Generell sind die La Sportiva Schuhe bekanntlich eher für schlankere Füße gemacht. Aufgrund des weit nach vorne gezogenen, asychronen Schnürsystems kann die Schnürung aber sehr flexibel angepasst werden und ich würde sagen, somit sollte der Schuh auch bei anderen Fußformen passend sein. Durch die asynchrone Schnürung (Vorbild Kletterschuh Mythos) ist ein optimaler Halt auch in steilen Passagen oder Kletterpassagen optimal. Wer will kann sich auch noch eines kleinen Tricks beim Binden bedienen und dadurch die Schnürung um den Oberfuß verstärken. Einziger Nachteil: Durch das Leder weitet sich der Schuh. Was am Anfang zu eng wirkt, ist nach ein paar Mal tragen optimal.

Griffigkeit / Praxisgebrauch

Von der Sohle des Boulder X bin ich begeistert. Griffig am Fels, Stabil auch auf Geröll. Somit ein optimaler Schuh wie ich finde sowohl für Klettersteige, Zustiege oder kürzere Wandertouren. Daher habe ich den Boulder X gleich am Wochenende im Tiroler Ötztal unter Belastung auf einem K5-Klettersteig und danach beim klassichen Zustieg zur Kletterwand getestet und war begeistert.

Ein Bekannter hat mir neulich berichtet, dass er mit dem Schuh sogar eine 6+ geklettert ist. Wie auch immer, Kletterschuhe ersetzt der Schuh natürlich nicht, aber sicher im Zustiegsbereich und Klettersteigbereich eine sehr gute Wahl. Und es kann ein spontaner Bouldereinsatz ohne Probleme in Angriff genommen werden.

Nachteil

Dadurch dass der Boulder X von La Sportiva mit seinen 800 Gramm Gewicht etwas schwerer ist, kommt der Schuh als Zweitschuh auf Trekkingreisen eher nicht in Frage. Hier würde ich zu Trail-Running Schuhen mit geringem Gewicht tendieren, die ich im Rucksack transportieren kann.

Fazit

Ich kann den Boulder X von La Sportiva bisher nur empfehlen. Robust durch die Gummieinfassung, angenehmes Leder, direkte Schnürung und angenehmer Tragekomfort. Einzig das impact Brake System habe ich bisher nicht direkt wahrgenommen.


Produktinfo:
– La Sportiva Boulder X

Konstruktion:
– Approachschuh, Zustiegsschuh

Einsatzbereich:
– Zustiege und Klettersteige

Produktdetails:
– Obermaterial: Sämischleder mit Gummischutzrand
– Futter: Meshgewebe
– Zwischensohle: EVA und PU
– Sohle: Vibram mit Impact Brake System

Gewicht:
– 800 Gramm

Größen:
– 36-47,5 (auch halbe Nummern)

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