Kategorie-Archiv: Ausrüstung / Test

Outdoor Ausrüstung im Test durch Erlebnisberichte

Test: Durch die wilde Vanoise mit den La Sportiva Nepal Evo GTX

Sicher halten mich jetzt viele für einen Blitzmerker, wenn ich damit anfange, dass die Jungs und Mädels von La Sportiva Schuhe bauen können und dies auch schon seit mehr als 80 Jahren erfolgreich tun. Trotzdem erwähne ich es noch mal an dieser Stelle, da inzwischen fast alle Outdooranbieter Bergschuhe ihrem Sortiment anbieten. 80 Jahre Erfahrungen mit Bergstiefeln, das kann aber nicht jedes Untenehmen am Outdoorhimmel von sich behaupten. Manche geben es mehr oder weniger offen zu, die Technologie von Dritten eingekauft zu haben (bspw. Mammut). Andere wiederum meinen, einen Technologieflash mitmachen und das Sortiment erweitern zu müssen. Auch La Sportiva hat sein Sortiment um einige Bereich erweitert, bei denen man geteilter Meinung sein kann, dennoch vertraue ich dem Kerngeschäft der Marke aus dem Trentino-Südtirol (Danke an Andreas für den Hinweis auf das fehlende Trentino!) voll und ganz. Das hat letztlich in meinem Entscheidungsprozess auch für den La Sportiva Nepal Evo GTX gesprochen, wenngleich mein direkter Mitfavorit von LOWA (Weisshorn GTX) beste Voraussetzungen mitgebracht hat.

Wie verhält sich der La Sportiva also unter Echtbedingungen? Bei einer 6-tägigen Durchquerung des französischen Nationalparks Vanoise mit zahlreichen Gletschern sollte die optimale Testumgebung für einen voll steigeisenfesten, robusten Hochtourenschuh sein. Und als Abschluss mit dem leichten 4000er Gran Paradiso. Da die Tour Anfang Juli geplant und noch sehr viel Schnee zu erwarten war, habe ich mich gegen meine zwar Steigeisenfeste, aber leichten La Sportiva Trango entschieden. Im Nachhinein auch eine sehr gute Entscheidung. Weniger wegen der Wärme, sondern eindeutig wegen der Nässe. Alle Kollegen mit leichterem Schuhwerk hatten trotz Goretex nach 3-4 Tagen nur noch nasse Schuhe, die auch nachts nicht richtig für den nächsten Tag trocken wurden.

Erschwerend kam hinzu, dass wir 80% der Zeit durch teilweise knietiefen Schnee marschiert sind und Feuchtigkeit von oben (trotz Gamaschen) in die Schuhe gelangt ist. Also Beste Voraussetzungen um auch die Wasserfestigkeit und die integrierte Gamasche zu testen.

Allgemein:
Seit mehreren Jahren schneidet der La Sportiva Nepal Evo GTX regelmäßig als einer der Besten in seiner Kategorie „anspruchsvolle Hochtouren“ ab. Durch das Robuste Leder- Außenmaterial, die perfekte Wärmeleistung und die Steigeisenfähigkeit eignet sich der Evo GTX ebenfalls für Winter- und Eisklettertouren. Doch haben in den Jahren bestimmt einige Konkurrenten aufgeholt oder etwa überholt? Ich selbst bin ehrlich gesagt immer etwas skeptisch bei Tests von Bergstiefeln, da die Passform je nach Hersteller doch sehr unterschiedlich ist. Bei mir passen beispielsweise Scarpa, Hanwag und Garmont nicht, obwohl diese sehr gut abschließen und La Sportiva in manchen Tests überholen. Doch wo ist der Unterschied? Wie entscheiden?

Vanoise - das Testgebiet
Vanoise - das Testgebiet

Zuerst empfehle ich den Fachhändler mit kompetenter Beratung wie bei Bergzeit. Berater ist wichtig – der Schuh muss schließlich passen und den Anforderungen entsprechen. Wenn wir von einem Verkäufer für Bergstiefel reden, verkauft dieser einem Laien einen Expeditionsschuh für 500 Euro. Ziel als Verkäufer erfüllt – als ehrlicher Berater durchgefallen würde ich sagen. Ein Wanderschuh/-stiefel sollte also nicht nur zu den Anforderungen, sondern auch zum Fuß passen. Und meist beschränkt sich dann auch schon mal die Auswahl. Wie gesagt, bei mir passen am Besten die La Sportiva und Lowa Schuhe. Scarpa und Garmont passen nicht optimal zu meinem schmalen Fuß. Und Hanwag möchte ich nicht mehr, da ich hier leider negative Erfahrungen bei der Haltbarkeit der Schuhe gemacht habe.

BytheWay: Inzwischen habe ich von La Sportiva Kletterschuhe, Zustiegsschuhe, leichte Bergstiefel und eben die getesteten Nepal Evo GTX in meinem Sortiment. Ach ja, die Nepal Evo Trek Version ist ebenfalls im Sortiment. Die Trekking Version ist eine gute Alternative, wenn doch eine leichtere, aber hochtourentaugliche Variante ausreichend ist. Mir blieben im Endeffekt der Lowa Weisshorn und der La Sportiva Nepal Evo GTX. Beide Schuhe passen mir hervorragend und sind beide mit einer wasserdichten Gore-Tex Membran ausgestattet. Kaum ein Gewichtsunterschied, trotz des verwendeten Leders. Sitz, Halt und Sohle ist bei beiden Schuhen hervorragend. So auch die Entscheidung verdammt schwer. Tendenziell wollte ich nicht schon wieder La Sportiva sondern Lowa eine Chance geben. Man hört nur Gutes über Qualität und Service. Zusätzlich ein bayrischer Hersteller – also durchaus einiges was dafür spricht. Beim Lowa Weisshorn hat dann ein kleiner aber entscheidender Punkt doch für den La Sportiva gesprochen. Das war die Schuhspitze des Weisshorn (vielleicht bin ich da etwas komisch, mag sein). Die Sohle ist durch das eingearbeitete Karbon sehr leicht und fest. Bestens. Was mich irritiert ist die Tatsache, dass Sohle und Schuhspitze leicht links bzw. rechts versetzt sind.

Ich hatte keine Probleme hinsichtlich Festigkeit und Halt, allerdings hat mir die Zielgenauigkeit beim Setzen der Fußspitze im Fels gefehlt bzw. der Schnitt der Schuhfront hat mich irritiert. Sicher eine Gewöhnungssache, aber für mich der ausschlaggebende Unterschied bei der Auswahl. Daher habe ich mich letztlich für den La Sportiva entschieden.

Beim Härtetest und 6 Tagen Bergsteigen in Schnee, Eis und Fels habe ich die Entscheidung nicht bereut und kann für die nächsten Hochtouren einen zuverlässigen Begleiter zurückgreifen. Hinsichtlich der Wasserdichtigkeit kann ich den La Sportiva nur loben. Viele meiner Begleiter hatten wie angesprochen nach 2-3 Tagen durchweichte Schuhe, die dann auch erstmal nicht zu trocken waren. Ich konnte am Morgen dagegen in einen relativ trockenen Schuh „einsteigen“. Der Halt in Fels und Eis ist perfekt. Zu Bedenken, der Schuh ist ein echter Hochtourenschuh und nicht für Trekkingtouren geeignet. Da ist die Sohle zu steif und bietet wenig Abrolleffekt.

Fazit:
Der La Sportiva Nepal Evo war mir in 6 Tage Schnee, Eis und Fels ein treuer Begleiter. Ich hatte keinerlei Probleme mit Undichtigkeiten des Schuhwerks. Die eingearbeitete Gamasche hilft kurzzeitig, dennoch sollte eine herkömmliche Gamasche bei längerem gehen in Schnee verwendet werden. Steigeisenfest versteht sich von selbst. Den Schuh kann man durchaus empfehlen, auch wenn inzwischen sehr viele Weiterentwicklungen bei der Konkurrenz das Feld hat dichter werden lassen. Eine echte Veränderung habe ich nicht feststellen können. Letztlich gilt immer – anprobieren. Nicht jedem passen die Modelle von La Sportiva.

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Garmin Fenix 3 GPS-Uhr vorgestellt

Garmin bringt mit der Fenix 3 endlich eine dritten Version der populären Fenix-Outdoor GPS-Uhren-Serie auf den Markt. Während die Fenix 1 und 2 in erster Linie für Bergsport- und Outdooraktivitäten  gedacht war, ist die neue Fenix 3 ganz auf Multisportler ausgerichtet. Zudem gelingt es Garmin mit der Fenix 3 eine robuste GPS-Uhr zu bauen, die in Bezug auf das Styling und Design im Vergleich zu den beiden früheren Versionen auch noch edel aussieht und damit voll alltagstauglich ist.

Die neue GPS-Uhr ist in drei Varianten erhältlich, ein Premium-Modell ist wie schon die Suunto Ambit3 der Konkurrenz mit kratzfestem Saphirglas ausgestattet. Die Fenix 3 verfügt über eine neue EXOIII-Rundstrahlantenne aus Stahl und ist damit in der Lage, die GPS-Position noch schneller (und mit größerer Genauigkeit) zu finden. Zudem unterstützt die Fenix 3 auch das russische GLONASS-System zur Positionsbestimmung.

Wie schon die Fenix 2 verfügt die Fenix 3 über vielfältige Outdoor- und Navigationsfunktionen, so können z.B. bestimmte Standorte wie z.B. ein Campingplatz als Wegpunkt gespeichert werden, bei einer Wanderung leitet die GPs-Uhr dann per Track-Back zurück zum Startpunkt. So können auch ganze GPS-Tracks auf die Uhr übertragen werden.

Des Weitern ist die Garmin Fenix 3 mit einem Drei-Achsen-Kompass, einem Barometer und Höhenmesser ausgestattet – damit ist eine Old-School-Navigation ganz ohne GPS möglich. Ein integrierter Schrittzähler dient zudem als Fitnesstracker.

Wie schon die Garmin Forerunner 920XT verfügt die Fenix 3 über eine verbessertes kontrastreiches Farbdisplay, das auch im hellen Sonnenlicht einfach zu lesen ist. Dank einer guten Hintergrundbeleuchtung ist das Display auch im Dunkeln gut zu lesen.

Auch das Gehäuse wurde im Vergleich zur alten Fenix verbessert: Die Smartwatch ist jetzt wasserdicht bis zu einer Tiefe von 100 Metern, damit lässt sich die Uhr problemlos beim Schwimmen einsetzten. Genau dazu gibt es einen eigenen Schwimmmodus.

Die Batterielebensdauer der Uhr beträgt etwa 20 Stunden mit aktiviertem GPS-Tracking, ohne GPS zu sechs Wochen.

Für das Training stehen mehrere vorkonfigurierte Sportprofile wie z..B. zum Laufen und Radfahren bereit. bereit, im Schwimmmodus ermittelt die GPS-Uhr Schwimmzüge, Tempo und Distanz – auch Indoor, ganz ohne GPS-Empfang. Beim Ski- und Snowboardfahren ermittelt die Uhr Geschwindigkeit und Höhenunterschied und zählt automatisch die Abfahrten.

Das Fenix 3 verfügt auch über einen Aktivitätstracker der Schritte zählt und abschätzt, wie viele Kalorien verbrannt wurden und per Vibrationsalarm nach zu langer Ruhe zur Bewegung motiviert.

Neuerdings fungiert die Fenix 3 auch als vollwertige Smartwatch: Per Bluetooth gibt die Uhr Alarme für eingehende E-Mails, SMS und Telefonanrufe weiter. Sportdaten können per WIFI direkt an die Garmin App geteilt werden, zudem kann die Uhr per Livestreaming Standortdaten ins Internet streamen. Als eine der ersten GPS-Uhren unterstützt die Fenix 3 die Garmin Connect IQ-Plattform, damit können Apps von Drittanbietern auf der GPS-Uhr installiert werden.

Verfügbar ist die Fenix 3 ab April 2015 zu einem Preis von 449€.

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Test: Deuter Guide 35+ (Ski-)Tourenrucksack – Allrounder für Wintertouren

Die Schwächen sind deutlich sichtbar. Betrachtet man die verschiedenen Konkurrenten des Deuter (Rucksäcke im Tourenbereich) haben zahlreiche Anbieter nachgezogen, was sicherlich auch dem Boom der alpinen Sportarten zu verdanken ist.

Der Deuter Guide ist als Alpin-Rucksack nicht zu unrecht viele Male bereits ausgezeichnet worden und bietet so in den verschiedenen Varianten (

Vielfach ausgezeichnet und das zu Recht! Der Guide 35+ ist der perfekte allround-Alpinrucksack aus der Deuter Guide-Linie, mit schier unbegrenztem Einsatzbereich! Dank robustem Material steckt er sowohl derbe Fels- als auch Eiskontakte problemlos weg. Der schlanke Packsack und der körpernahe Sitz, sowie der ergonomisch geformte und bewegliche VariFlex Hüftgurt sorgen für besten Tragekomfort und viel Bewegungsfreiheit. Das Deuter Alpine Back System mit flexiblen, x-förmig angeordneten Aluschienen (X-Frame) im Rucksackrücken, die den Bewegungen folgen dabei aber sehr stabil sind, überträgt die Last gleichmäßig auf Schultern und Hüfte. Um Gewicht zu sparen können die Schienen auch entfernt werden. Durch den Freiraum zwischen den beiden Softstripe Polstern am Rücken entsteht zudem ein Kamineffekt, der für optimale Rückenbelüftung sorgt. Ein schneller Zugriff auf das Material ist, dank großer Deckel- und seitlicher RV-Öffung, immer gewährleistet und zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten lassen bei alpinen Unternehmungen keine Wünsche offen. Weiter Features wie eine verstärkte Skihalterung seitlich, Steigeisen-Befestigungsgurte vorn, Pickelhalterung, Deckelbefestigungsösen, Materialschlaufen am Hüftgurt, Kompressionsriemen und die herausnehmbare Sitzmatte runden das stimmige Gesamtpaket ab. Ein Trinksystem ist zusätzlich kompatibel und kann durch eine Öffnung unter dem Aufhänger nach draußen geführt werden. Die nächste Tour schon geplant? Dann nichts wie los!

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Testbericht: Salewa Wildfire Gtx vs. Salomon PRO 3D ULTRA 2

Salewa Wildfire GTX
Salewa Wildfire GTX

Wer die Überschrift genau liest wird schnell feststellen, der Test ist etwas ungleich. Die Bezeichnung GTX beim Salomon habe ich nicht vergessen, sondern der Salomon ist einfach in der Nicht Gore-Tex Ausführung in meinem Bestand. Das hat auch einen sehr guten Grund, den der aufmerksame Leser schnell herausfinden wird.

Um vorzugreifen, bei Schuhen, Bergstiefeln und Skischuhen zählt der individuelle Fuß und dann das Einsatzgebiet (das bestätigen  auch die meisten Provisionsunabhängigen Fachverkäufer). Daher werde ich zur Passform nichts schreiben, da es eh hinfällig und bei jedem etwas anders sein wird. Konzentrieren wir uns also auf den Einsatzzweck:

1) Der Markt sagt über den Salewa Wildfire:  u.a. Multifunktionsschuh, Zustiegsschuh (Wasserdicht). Und hier sehe ich den Schuh auch sehr gut positioniert. Es wird das Goretex Material hervorgehoben, jedoch finde ich es macht den Schuh nur schwerer und die Sohle lässt hinsichtlich Griffigkeit bei Regen und Matsch Federn im Vergleich zum Salomon. Der Schuh ist Top bei Trockenen Bedigungen und kann auch auf Klettersteigen mit seine Haftung punkten.

2) Der Markt sagt über den Salomon 3D Ultra: u.a. Alleskönner, “vielseitigster Schuh am Markt”. Große Worte würde ich sagen. Gehen wir gleich auf den Vergleich der Sohlen beim Salewa und dem GTX ( Siehe Abbildung). Der Salomon ist eben doch mehr ein (Trail-)Runningschuh und macht daher auch bei der Sohle eine bessere Figur auf unterschiedlichen Untergründen und Bedingungen.

Salomon 3D XA
Salomon 3D XA
Salewa Wildfire GTX
Salewa Wildfire GTX
Salomon 3D XA
Salomon 3D XA

Sowohl der Salomon als auch der Salewa Wildfire haben ein hervorragendes Fußbett mit optimaler Dämpfung und beim Wildfire eine super Schnürung für die enge Passform bei Kletterpassagen oder anspruchsvollen Zustiegen. Den Salomon finde ich weniger als Zustiegsschuh geeignet, da er über die schnellverschlüsse doch etwas mehr Spielraum lässt und so auch im Gelände eher mal etwas weniger Halt bietet als der Salewa Konkurrent. Dämpfung ist bei beiden hervorragend und somit sind beide Modelle in Ihrem Preissegment absolut gerechtfertigt. Man bekommt viel Schuh für einen angemessenen Preis.

Fazit:Als Zustiegsschuh empfehle ich den Wildfire, für kurze Bergtouren ist der Salomon meines Erachtens besser geeignet (in GoreTex). Zudem lässt sich der Salomon vielseitiger einsetzen und ist so meine erste Wahl, wenn ich zwischen den Beiden Modellen entscheiden müsste. Auch Zustiege oder Klettersteige habe ich mit dem Salomon sicher gemeistert.

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Haglöfs Spitz-Jacket – 3-lagen GoreTex-Hardshelljacke im Test

Haglöfs Spitz Jacket
Haglöfs Spitz Jacket – 3 Lagen Gore-Tex

Gegen das ungemütliche patagonische Wetter habe ich mir eine 3-Lagen Goretex-Hardshell-Jacke von Haglöfs gegönnt. Die Haglöfs Spitz-Jacket habe ich im Outdoor-Onlineshop von bergfreunde.de gefunden und die Jacke dort bestellt. Der Service war super nett und der Versand hat trotz meiner urlaubsnahen Bestellung hervorragend und schnell geklappt (Danke an dieser Stelle für den schnellen und zuvorkommenden Versand!).

Design: (die Jacke gibt es in drei Farben) und Passform der Jacke haben mir gleich gefallen, doch wichtiger ist ja die Funktion. Für den Stadtbummel ist die Jacke nicht gedacht :-) Daher haben wir die Jacke gleich mal auf einer kleinen Skitour und anschließend auf Herz und Nieren im patagonischen Wind und Regen getestet.

Bei kalten Temperaturen lässt sich die Jacke sehr gut mit einer Softshell – oder Fleecejacke kombinieren (Schichtprinzip). Die versprochene Winddichtigkeit hat sowohl bei Schneefall als auch im patagonischen Sturm sehr überzeugt. Nur ein Detail, aber doch immens hilfreich ist die 3-dimensional verstellbare Kapuze. Sie lässt sich so einstellen, dass bei jeden Bedingungen die Kapuze fest sitzt und nicht störend im Wind flattert oder die Augen überdeckt. Tolle Lösung! Die Taschen sind praktisch angebracht und auch mit Rucksack nicht störend (ich denke auch mit Klettergurten sollte das gut passen).

Haglöfs Spitz Jacket (grün) als Hochtourenjacke
Haglöfs Spitz Jacket (grün) als Hochtourenjacke

Thema Wasserdichtigkeit: 3-lagige Goretexjacken sind definitiv Highend, was Regendichtigkeit und Material angeht. Daher auch gute Noten, was dieses Thema anbelangt. Selbst nach einem Tag Dauerregen hält diese Jacke noch das Wasser ab. Allerdings muss man sagen, dass trotz der Atmungsaktivität der Jacke innen Wasser festzustellen war. Ob Kondenswasser oder irgendwo ein undichter Reißverschluss, hat sich nicht feststellen lassen. Begeistert bin ich aber trotzdem, da zu keiner Zeit das Gefühl von Durchnässung auftrat und die Jacke im Wind und Wetter schön warm gehalten hat.

Haglöfs Spitz Jacket bei einer Skitour zur Lampsenspitze
Haglöfs Spitz Jacket bei einer Skitour zur Lampsenspitze

Fazit: Wenn man bei extremen Bedingungen unterwegs ist (Winter wie Sommer) ist eine solche Jacke unbedingt empfehlenswert und ein guter aber leichtgewichtiger Begleiter. Wenn jemand nur wenige Mal im Jahr wandern geht, ist die Jacke überdimensioniert. Dann ist eine deutlich billiger Paclite-Jacke (wenn es Goretex sein soll) oder vergleichbare Materialien völlig ausreichend.

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Testbericht: Ortovox FreeRider 24 Rucksack (optional mit ABS)

Ortovox Freerider 24 (ABS optional)
Hochwertige Verarbeitung (ABS optional)

In den Nordalpen und in vielen Südtiroler Skigebieten ist zwar schon das Saisonende eingekehrt, dennoch gibt es genügend Möglichkeiten um Skitouren zu unternehmen oder Freeriden zu gehen (Schnäppchenjäger aufgepasst: Besonders im Frühjahr nach einem eher schlechten Winter und vollen Lagern bei den Sporthändlern kann man viele Schnäppchen finden!) Kurz bevor wir also zum Skitouren im Norden von Norwegen aufgebrochen sind, haben wir das schöne Wetter und die guten Schneebedingungen in Ostirol zum Freeriden genutzt. Die Bergfreunde (www.bergfreunde.de) haben mir freundlicherweise dazu einen Freerider-Rucksack (24 Liter) von Ortovox zum Testen mitgegeben. Hier die Rahmendaten:

Bezeichnung Testprodukt: Ortovox Freerider 24
Farbe: Happy Green
Fassungsvermögen: 24 Liter

(Für einen optimalen Schutz durch den integrierten Protektor sollten folgende Größenangaben beachtet werden:
22-24 Liter: Rückenlänge: 38-44 cm, Körpergröße ca.: 155-175 cm
26 Liter: Rückenlänge: 42-49 cm, Körpergröße ca.: 180-195 cm)

Besonderheiten: Rückenprotektor, Hüftgurt mit Klettverschluss, Zugang zum Hauptfach über das Rückenteil.SPS Pro Rückenprotektor inkl. im Freerider 24 von Orthovox

Beschreibung Ortovox Freerider 24:

  • Material: 100% Nylon (Nylon 420D ballshadow + Nylon 840D ballistic + Hypalon)
  • Volumen: 24 l
  • Gewicht: 1750 g
  • Körpergröße: 155-180 cm, Rückenlänge: 38-44 cm

Ausstattung:

  • Separates Fach für Brillen, Handy, Photo, etc.
  • Sicherheitsfach für Sonde, Schaufel
  • Pickel- und Stockbefestigung
  • Verschliessbare Aluminiumschnallen
  • Helmbefestigung (Netz, optional)
  • TÜV-zertifiziert
  • SPS-Pro² Rückenprotektor (herausnehmbar)
  • Breite Skibefestigung
  • Trinksystemvorbereitung (isoliert ): Im Träger geschützt
  • Hauptfachzugang: Rücken und Front
  • Big Hip-Hüftgurt: Breit und elastisch für optimalen Sitz (Klettverschluss)
  • X-Skifix: Mulitfuntionale Skibefestigung
  • A-Skifix: Klassische Skibefestigung
  • D-Skifix: Diagonale Skibefestigung
  • O-Flex-Frame Rückensystem: ideale Lastenverteilung

Testbericht Ortovox Freerider 24:

Test: Orthovox Freerider Auf den ersten Blick glänzt der Ortovox Rucksack durch eine hochwertige Verarbeitung mit vielen durchdachten Details. Beispielsweise ist die Skihalterung an de Seiten für breite Skier gemacht – Lässtiges anpassen entfällt. Eine weitere Befestigung ist natürlich schräg am Hinterteil des Rucksackes jederzeit möglich. Der Rucksack bietet sehr viele praktische Fächer inkl. eines gepolsterten Hardcases für Brillen. Zusätzlich natürlich Befestigungen innen für Schaufel, Sonde und außen den Helm. Allerdings für meine Schaufel und Sonde nicht optimal passend. Persönlich finde ich die Anzahl der Taschen und Fächer fasst schon wieder zu viel. Ich habe mich immer wieder beim Suchen des richtigen Faches ertappt.

Manko: Das Tragegestell bei Ortovox Rucksäcken ist leider nicht Höhenverstellbar, sondern nur die Schulterträger in der Länge verstellbar. Passt aber bei meiner Körpergröße von 180 hervorragend und über den Klettverschluss sitzt der Rucksack wie angegossen und verrutscht nicht. Dickes Lob, genauso muss es sein bei anspruchsvollen Touren. Übrigens, den Freerider 24 gibt es auch in anderen Füllgrößen und mit ABS Lawinenairbagsystem, damit kann die Rückenlänge optimal angepasst werden (26 L für große Leute).

Was mir sehr gut gefällt ist das robuste Material und die Wasserfesten Reißverschlüsse. Bisher konnte ich kein Wassereintritt bemerken, obwohl ich den Rucksack länger im nassen Frühjahresschnee liegen lassen habe. Zusätzlich finde ich, dass durch die gute Belüftung am Rücken wenig Kondenswasser entsteht. Einzig der breite Bauchgurt spendet doch bei langen Abfahrten recht viel Wärme und somit ist hier am ehesten mit Schweißbildung zu rechnen. Daher würde ich den Rucksack bedingt für aufstiegsorientierte Skitouren empfehlen. Aber damit auch zum Einsatzzweck. Super geeignet für den Freerider mit kurzen Aufstiegen und für kürzere, anspruchsvolle Skitouren. Bei einem Einsatz als Skitourenrucksack würde ich andere Modelle vorziehen. Auch eine Seilbefestigung würde ich mir persönlich wünschen.

stabile Befestigungen aus Alu
stabile Befestigungen aus Alu

Der Rückenprotektor ist herausnehmbar und kann ohne den Rucksack durch Trageriemen verwendet werden. Allerdings schaut das Tragegurtzeugs des Protektors nicht gerade Stabil aus, weshalb ich eine Verwendung ohne den Rucksack nicht unbedingt empfehlen würde. Die Gefahr, dass der Protektor verrutscht ist eindeutig zu groß und die Wirkung des Protektors wäre dann vergleichsweise Richtung 0 tendieren.

Fazit:

Durch die vielen Details, das funktionelle aber sehr stylische Design sowie die Erweiterbarkeit als ABS-Rucksack hat Ortovox mit dem Freerider 24 einen tollen Rucksack geschaffen, der mich im Test durchweg begeistert hat. Der Tragekomfort ist deutlich besser als alle meinen Bike- oder Skitourenrucksäcke. Dazu kommt die hervorragende Qualität, die den doch recht hohen Preis rechtfertigt. Als reinen Skitourenrucksack würde ich den Freerider 24 allerdings nicht unbedingt verwenden, da der Rucksack durch den breiten und kompakten Bauchgurt warm sein wird. Der Herausnehmbare Rückenprotektor ist ein nettes Element, wird aber bei mir nicht ohne den Rucksack zum Einsatz kommen.

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Erfahrungsbericht: Trail Antishock AS von LEKI

Diesen Sommer haben meine geliebten Wanderstöcke ausgedient. Zur Perfektionierung meiner Bergsportausrüstung musste ein neues, leichtes, vielseitiges Modell auf dem aktuellsten Stand der Technik beschafft werden. Bevor ich mich ins  Shopping-Vergnügen gestürzt habe, wurden folgende Kriterien definiert:

  • geringes Gewicht
  • einfache Handhabung
  • ergonomisch geformte, angenehm zu tragende Griffe
  • griffige Spitze
  • Möglichkeit die Teller zu wechseln
  • Preis bis 60 Euro

Bei meinen Preisvorstellungen schieden schon im Vorfeld einige Top-Produkte aus. Dann haben mir die Bergfreunde ermöglicht, einen Wanderstock zu testen. Von den verfügbaren Modellen habe ich mich schließlich für den  Trail Antishock AS von Leki entschieden.

Mit meiner Wahl bin ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden.  Mit einem Gewicht von 562 Gramm pro Paar erfüllt er meine Anforderungen an das Gewicht, auch wenn am Markt sicher leichtere Modelle erhältlich sind. Den Griff mit den verstellbaren Schlaufen kann ich nur empfehlen, durch das Hohlprofil macht er den Stock leichter und sorgt für eine gute Belüftung – lästiges „Handschwitzen“ mit Blasenbildung gehört der Vergangenheit an. Auch die Form des Wanderstocks empfinde ich als sehr angenehm. Die Hartmetallflexspitze sorgt überzeugend für Griffigkeit im Gelände. Aus meiner Sicht ist das Antishock-System etwas gewöhnungsbedürftig – wurde wohl eher für den ambitionierten Wanderer und Walker mitgeliefert – oder ich bin zu schwungvoll für das System.

Einzig das SLS-Superlock Verstellsystem hat mich überhaupt nicht überzeugt. Ich benötige sehr viel Geduld um die Stöcke „stabil“ einzustellen. Im Gegensatz zu den Produktversprechen „sehr einfaches Handling und schnelle Verstellung, äußerste Rückdrehsicherheit, höchste Sicherheit und Stabilität, etc.“, fällt mir die Handhabung extrem schwer. Entweder der Mechanismus greift nicht oder nicht an der richtigen Stelle – auch ist es mir passiert, dass die Stöcke bei Belastung einfach „einklappen“.

Meine Präferenz geht ganz klar hin zum Speed-Lock System, das fühlt sich stabiler an und ist aus meiner persönlichen Sicht einfacher zu bedienen.

Fazit: Trotz der Abstriche beim Verstellsystem ist der Leki Trail Antishock AS ein leichter, praktischer, vielseitiger Begleiter bei vielen alpinen Abenteuern. Dennoch wird sich in Zukunft sicher das QuickLockSystem Durchsetzen. Gerade im Winter ist das System einfach leichter, schneller und zuverlässiger zu bedienen.

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Lawinenrucksack Mammut Pro – Funktions- und Erfahrungsbericht.

Funktions- und Erfahrungsbericht: Lawinenrucksack Mammut Pro (R.A.S.).

01/2013 – in der Saison 12/13 dürften Lawinenrucksäcke (Mammut inzwischen mit Snowpulse, ABS, oder BCA) die Produkte im Wintersportbereich mit dem höchsten Absatzwachstum sein. Egal wo man fragt – leicht ist es momentan nicht, an die gewünsten Produkte zu kommen, da meist ausverkauft oder lange Lieferzeiten. Viele Hersteller ziehen nach und bringen eigene Produkte an der Start (The North Face, Orthovox, Salewa um einige Ausrüster zu nennen, vermutlich mehrheitlich mit eigenem Rucksack und ABS Technologie). Wobei ABS mit Orthovox zusammen auf der ISPO die M.A.S.S.-Unit (Modular Airbag Safety System) vorgestellt hat. Ähnlich dem Mammut R.A.S lässt sich der eigentliche Airbag bei allen Lawinenairbag-Rucksäcken von Ortovox herausnehmen. Dadurch wird der Rucksack um fast 2 Kilo leichter und lässt sich auch im Sommer flexibel einsetzen. Wie bei den Systemen den Überblick behalten? Welche Systeme sind für meine Anforderungen geeignet? Welcher Rucksack ist für mich geeignet? Ich habe gemerkt, dass die Antwort nicht ganz trivial ist. Noch schwieriger, eine vollständige Marktübersicht zu präsentieren. Dazu aber gleich mehr!

Hinzu kommt – ja, mir ist aufgefallen, zumindest scheint es so, dass man als Tourengeher schon fast wieder Out ist. Freerider mit bunten Klamotten und coolem Livestyle sind angesagt. Und die Rucksackmodelle gehen diese Richtung mit.  Wichtiger noch – wird das Sicherheitsdenken vernachlässigt? Man hat ja die richtige Ausrüstung! Einsatz von Schaufel, Sonde und Pieps wird kaum geübt, bevor die Freeride-Gruppen ins Gelände stürmen. Die Antwort: Nein, es besteht kein Unterschied, auch viele Skitourengruppen üben den Umgang mit Rettungsausrüstung nicht oder ungenügend. Erst am Wochenende kam eine der zahlreichen kritischen Reportagen über den neuen Trendsport des Winters. Sicherheit, nein Danke? Glücklicherweise ist das nicht so – allerdings gibt es einige Probleme durch die Beliebtheit des Sports abseits der regulären Pisten. Eine Entwicklung analog den Skigebieten in USA / Canada ist zu beobachten. Die breiten Rockerski ermöglichen bzw. vereinfachen das Tiefschneefahren enorm. Daher müssen sich meines Erachtens die Skigebiete darauf einstellen und neue Grenzbereiche festlegen und deren Einhaltung rigoroser überwachen. Funktioniert in den USA gut und hätte einen positiven Nebeneffekt. Die Skigebiete können bestehende Hänge nutzen und müssen so weniger neue Liftanlagen bauen. So ist schonmal das Thema Freeriden besser untergebracht. Eine Frage bleibt: Naturschutz OK?

Im aktuellen Heft des OeAV wird der Ausbildungsgedanke diskutiert. Kameradenrettung wird bei vielen Touren (-Veranstaltungen) nicht wirklich geübt. Dabei empfiehlt der AV eine wenigstens 15 minütige Basisausbildung, um zumindest eine geringe Chance auf eine koordinierte Rettung zu haben.

Aber zurück zu den Rucksäcken und besonders dem Mammut R.A.S.. Ein Rucksack mit Lawinenairbag, der Sicherheit bietet, aber keinesfalls eine Lawinen-Ausbildung sowie die Lektüre des Lawinenlageberichtes und eine detaillierte Vorbereitung der Tour ersetzt. Daher geht zu eurem Alpenverein, Skiclub oder einem ähnlich seriösen Anbieter eines Lawinenkurses und lasst euch in Lawinenkunde und Tourenplanung fit machen!

Grundsätzlich hilfreich ist dieses Quick-Start Video von Mammut:

Video: Mammut R.A.S Quickstart Manual

Erfahrungsbericht Mammut R.A.S.:

Wenige der Händler hatten anscheinend mit der großen Nachfrage bei Lawinenairbagsystemen rechnen können. Mir ist es gelungen zwei Lawinenrucksäcke von Mammut (Pro R.A.S – System von Snowpulse, das 2010 von Mammut übernommen wurde) bei den bergfreunden.de zu beschaffen (Danke!). Auch wenn niedergelassene Fachhändler die Bedienung erklären (manche mit Probeauslösung) – sind doch viele Systeme über einen Onlineshop zu erhalten. Und nicht nachteilig, wenn man sich ein wenig damit beschäftigt. Es muss sich eben jeder selbst mit der richtigen Bedienung des Lawinenrucksacks vertraut machen. Schlecht ist das intensive Training nicht, viele Funktionen des Rucksacks hätte ich im Laden gar nicht mitbekommen (vielleicht war ich auch unkonzentriert). Egal.RAS Auslöseeinheit

Themen in diesem Artikel:

– Modellunterschiede (ich habe umfangreich recherchiert)
– Inbetriebnahme (Lernvideo von Mammut, etc.)
– Funktionen des Mammut Pro R.A.S.

Modellunterschiede / Lawinenrucksäcke:

Die Basics: es gibt zwei verschiedene Systeme (Einkammer-Airbags bspw. Snowpulse / Zweikammermodelle bspw. ABS). Beide Airbagssysteme arbeiten nach dem gleichen Prinzip und erhöhen den Auftrieb durch Volumen, schützen gleichzeitig den Nackenbereich.

Bei Mammut gibt es fünf verschiedene Modelle: Ride, Rocker, Pro, Protection und Light. Alle mit dem herausnehmbaren, auf Snowpulse basierenden System Removable Airback System (R.A.S.).  Und schon das finde ich eine gute Sache – so kann der Rucksack im Sommer ebenso eingesetzt werden. ABS dagegen verfolgt den Ansatz, dass der Rucksack mit verschiedenen Ergänzungen erweitert werden kann. Das bedeutet eine Basiseinheit und ein (vergleichsweise günstiger, variabler) Aufsatz. Bei Mammut habe ich ein Airbagsystem, dass in jeden R.A.S. ready Rucksack integriert werden kann. Vorteil: der Rucksack ist meines Erachtens deutlich besser (Tragegestell, Befestigungsmöglichkeiten, Aufteilung, Innentaschen). Relevant wird das besonders bei Tourengängern, die einen größeren Rucksack benötigen. Hier hat Mammut die (meines Erachtens) überzeugendste Arbeit geleistet mit zahlreichen durchdachten Details. Im Freeridebereich sprich den Rucksäcken mit maximal Tagesgröße (bis ca. 20 Liter) ist viel von den persönlichen Vorlieben abhängig. Praktische Modelle gibt es hier deutlich mehr als im Tourenbereich (Mehrtagestauglich). Preislich als (noch wichtiger) funktionell sind am Airbagsystem keine großen Unterschiede. Ob Einkammer (Snowpulse) oder Zweikammer (ABS) macht in Sachen Sicherheit keinen Unterschied.

Warum gefällt mir der Mammut R.A.S. Lawinenrucksack so gut?

–          Aufteilung: extra Fach für die Sicherheitsausrüstung, Deckeltasche, Rückentasche für Wertsachen

–          Zugänglichkeit: Reißverschluss am Rücken, Reisverschluss am Deckel.

–          Befestigungen: Ski und Pickelhalterung (im Rucksack „versenkbar“), Helmhalterung, etc.

–          Tragesystem: bequem und Stabil.

Was gefällt mir am Mammut nicht?

–          Bauchgurt (lockert sich, daher weniger Stabilität auf der Hüfte bei schwerem Rucksack). Kein Sicherheitsproblem, nur für die Lastverteilung ein wenig zu locker.

–          Befestigung für Kartusche ist vieeeel zu lang. Hätten noch zwei Ersatzkartuschen Platz 😉

–          Teure Ersatzkartuschen

Wiederverwendung: (Tausche der Kartusche und Wiederverpacken) – Dies sollte natürlich möglichst nicht notwendig werden. Vermeiden von Lawinenabgängen ist immer noch die sinnvollste Taktik:



Fazit:

Der erste Eindruck im Laden hat sich bestätigt. Für Rucksäcke ab 30 Liter zähle ich den Mammut R.A.S pro momentan zu den Besten am Markt erhältlichen. Bei den kleineren Miodellen (Freeridertauglichere Modelle) gibt es von ABS oder Salewa schönere und vermutlich trotzdem praktische Modelle. Online einen Lawinenrucksack zu kaufen würde ich wieder machen – allerdings darauf achten, dass ihr die Kartusche im Zweifelsfall einfach tauschen könnte. Die meisten Händler bieten eine Tauschkartusche für 10-20 Euro an, wenn man die leere einschickt.

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Testbericht: Softshell. Polartec. Marmot. – eine Jacke für den Winter?

Für die kommende Wintersaison sollte eine neue ganzjahrestaugliche Softshelljacke her. Ich könnte die Standardanforderungen wie leicht, atmungsaktiv und wasserresistent herunterbeten – also eigentlich nicht besonders spannend. Aber: eine Softshelljacke, die sich im Sommer (kältere Temperaturen im Hochgebirge) und Winter tragen lässt, ist gar nicht so einfach zu finden. Es gab neben einigen Kandidaten von Mammut, Jack Wolfskin und Haglöfs (bin ich ja immer Fan, siehe Hardshelljacke im Test). Dennoch wollte ich jetzt mal Marmot testen (nein, nicht mit Mammut verwechseln ;-))

Testbericht: Marmot Zion Softshell Jacke für Sommer / Winter

Gleich vorweg – es gibt einiges, dass diese Jacke glänzen lässt – aber doch auch einen Wermutstropfen. Doch von vorne. Die Verarbeitung der Marmot Zion (ich habe auch schon einige andere Modelle von Marmot begutachtet) ist durchweg hervorragend. Die Nähte sind sauber genäht und anschließend verkleppt. Die Zipper sind allesamt funktional und stabil, wie man es erwartet. Vorteilhaft finde ich auch die vergrößerten Grifflaschen, was eine Einstellung der Zipper ans der Softshelljacke auch mit Handschuhen möglich machen sollte. Bei der Verstärkung an der Schulterpartie bin ich immer skeptisch – diese bieten inzwischen die meisten Hersteller an. Jedoch ist bei mir nicht nur die Schulterpartie, sondern auch der Bereich um Brust / Armansatz problematisch, was die Belastung durch den Rucksack angeht. Daher halte ich das schon mal für ein Designelement, weniger sehe ich hierbei die ausgeklügelte Funktion.

Was ich bei keiner Softshelljacke bisher gefunden habe ist ein Schneefang – vielleicht kann mir jemand eine Softshelljacke zeigen, die sowas hat. Dann würde ich vielleicht nochmal umdisponieren. Allerdings lässt sich der Saum bei der Marmot Zion unten mit einem Kordelzug verschließen bzw. enger stellen. Auch schon was, wie ich finde. Meines Erachtens wirklich nicht optimal ist das Gewicht der Marmot Zion Softshelljacke – etwas über 500 Gramm sind schon eine Ansage, auch wenn die Jacke stärker gefüttert ist. Da überlege ich schon, mit Funktionsshirt, Weste und Hardshell auf Tour zu gehen und Gewicht zu sparen, bei gleichzeitigem Zwiebelschichtprinzip.

Die Fakten im Überblick:

Das technische POLARTEC NeoShell Gewebe ist wasserdicht, windabweisend und äußerst wasserdampfdurchlässig, die Nähte der Jacke sind voll getaped. Damit soll die Zion den Wetterschutz einer Hardshell mit den feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften einer Softshell kombinieren. Der Härtetest im Winter steht noch aus). Gut: für besondere Bewegungsfreiheit sorgen die Stretch-Verarbeitung und der Angel-Wing Movement Schnitt.

M1 Softshell:
Diese Softshells schützen vor Kälte und Nässe, ideal bei geringer Aktivität.

Polartec NeoShell:
– wasserdicht
– äußerst wasserdampfdurchlässig
– blockt den Wind zu 99,9 %
– Stretch für aktiven Tragekomfort
– mehr Wärme ohne zusätzliches Gewicht
– raschelt weniger als eine Hardshell
– maschinenwaschbar

Angel-Wing Movement:
Speziell von Marmot entwickelte Jacken- und Sweater-Konstruktion, um maximale Bewegungsfreiheit im Arm- und Schulterbereich zu ermöglichen.

Jacke: Softshelljacke
Saison: Ganzjahresartikel
Jacke: Bekleidungsschicht: Outer Layer / Wetterschutzschicht
wasserdicht: ja
winddicht: ja
Material: Typ Membrane: Eigenmembrane
Oberstoff: 79 % Polyester, 14 % Polyurethan, 7 % Elastan
Verarbeitung: Typ Nähte: 100 % getapte Nähte
mit versiegelten Nähten: ja
Ausstattung: Außentaschen: 2 Fronttaschen mit wasserresistenten Reißverschlüssen, 1 Brusttasche mit wasserresistentem Reißverschluss, 1 Ärmeltasche mit wasserresistenten Reißverschlüssen
Innentaschen: 1 Reißverschluss-Innentasche
mit verstellbaren Ärmelbündchen: ja
mit Kapuze: ja
Maße: Gewicht: 510.3 g
Passform: sportiv geschnitten
Zusatzinformation: Sturmkapuze mit laminierter Krempe
vorgeformte Ärmel mit verstellbaren Klettbündchen
elastischer Kordelzug am Saum
Angel-Wing Movement Schnitt
Rückenlänge: 73,66 cm
Modelljahr: 2012

Hier gibt’s die Jacke und weitere Softshelljacken von Marmot.

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